Ludwig Bösendorfer. Mit meinen 'Flügeln' komme ich um die ganze Welt. Anmerkungen

Aus Dagmar Saval Wünsche

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Anmerkungen

„Wie oft, wenn deine schlanken Finger springen …“

Das Klavier. Pandämonium-Lustobjekt-Möbelstück-Ärgernis?

  1. William Shakespeare, Sonett 128, Vers 1595 -1605, Übers. Friedrich Bodenstedt
    In: William Shakespeare, Werke, Salzburg , um 1970, Bd.2, S.1046
  2. Die frühen Tasteninstrumente: Virginal, Clavichord mit 4-5 Oktaven, Spinett, Kielflügel mit zwei Registern
  3. Bartolomeo Cristofori, 1655 -1731, Instrumentenbauer. Lebte seit 1690 in Florenz am Hof Cosimo III.de Medici. Das herzogliche Inventar von 1700 verzeichnet ein „arpicembalo chè fà il piano e forte“, d.h. es kann differenziert leise oder laut gespielt werden, Tonumfang: vier Oktaven. Die technische Neuerung gegenüber den bisherigen Tasteninstrumenten: Ein Hammerkopf wird durch eine Stoßzunge gegen die Saite geschleudert (bisher wurde die Saite von Federn, Kielen gezupft) und sofort wieder zurückgeschleudert. Mit dem Drücken der Taste wird der Dämpfer gleichzeitig angehoben, der nach dem Loslassen der Taste die schwingende Saite abfängt. Zwei gleichgestimmte Saiten, auch Chor genannt, liegen nebeneinander und ergeben eine größere Lautstärke. Je nach Kraftaufwand des Spielers beim Niederdrücken der Taste kann die Lautstärke von piano = leise, stufenlos zu forte = laut, differenziert werden.
  4. Friedrich Schiller, 1759 – 1805. Dichter, Dramatiker, Historiker. „Laura am Klavier“,
    In: Anthologie auf das Jahr 1782, S. 19 -21, Stuttgart, Metzler o.J.
  5. Die Räuber“, Drama in fünf Akten von Friedrich Schiller. Mannheim, Hoftheater, 13.Januar 1782, Uraufführung
  6. Johann Andreas Streicher, 1761 -1833, Komponist, Pianist, Klavierbauer. Er besuchte wie Friedrich Schiller die herzogliche Karlschule in Stuttgart; die beiden wurden Freunde. 1793 heiratete er die Tochter des Augsburger Klavierbauers Johann Andreas Stein, Nanette. 1794 ließ sich das Ehepaar Streicher in Wien nieder und eröffnete eine Klaviermanufaktur. Streicher und seine Frau Nanette gehörten zum Kreis von Ludwig van Beethoven und wurden in dessen letzten Lebensjahren enge Vertraute. Die in der Manufaktur Streicher/Stein gebauten Instrumente verfügten bereits über 5 1/2 Oktaven. Nanette Streicher, geb. Stein, 1769 – 1833, Pianistin, Komponist, Klavierbauerin
  7. Ludwig Bösendorfer als Ehrenretter des Claviers
    In: Wiener Caricaturen, Nr.16, 16.4.1905, S.6
  8. Ferruccio Busoni, Neue Ästhetik der Tonkunst, Wilhelmshaven 2001, S.138
  9. Ferruccio Busoni an Ludwig Bösendorfer, Triest 18.2.1876, Nachl.Busoni, MuStaBi
  10. Ludwig Bösendorfer an Ferruccio Busoni, 16.März 1906, Nachl. Busoni, MuStaBi
  11. Wilhelm Busch, Fipps der Affe,
    In: Wilhelm Busch, Gesamtausgabe, Hamburg 1959, Bd.2, S. 331 – 336
  12. Ferruccio Busoni, Neue Ästhetik der Tonkunst, Wilhelmshaven 2001, S. 41
  13. Clemens, Fürst Metternich, 1773-1859, Staatskanzler, Außenminister der k.k. Monarchie, in den Jahren 1809 – 1848

Start eines Flügels. Ignaz Bösendorfer

  1. Heinrich Joseph Adami, 1807 – 1895, Schriftsteller und Journalist
  2. Allgemeine Wiener Musik-Zeitung, 2.Jg., 29. Jänner 1842, S.50
  3. Ignaz Bösendorfer erhält 1828 Meisterbrief und Bürgerrecht der Stadt Wien. Die Gewerbeverleihung erfolgte per Dekret vom 25.Juli 1828 :
    Von dem Magistrate der k.k.Haupt- und Residenzstadt Wien wird dem angehenden    Klaviermacher Ignaz Bösendorfer, wohnhaft Nr.43 ,  Josefstadt, das unter dem 3.April d.J. Z.6009, für den hierortigen Jurisdiktionsbezirk zugesicherte Klaviermachergewerbe samt dem Bürger – und Meisterrechte, nachdem derselbe die  mit obigem Zusicherungsbescheide auf-getragenen Bedingungen erfüllt zu haben sich ausgewiesen hat, hiemit wirklich verliehen und er zur sogleichen Ausführung desselben mit dem Beisatze berechtigt, daß er sich also gleich im hierortigen Steueramte zur Erwerbsteuer aufnehmen zu lassen und wegen Ablegung des Bürgereides … zu melden habe. …
    In: Hundert Jahre Bösendorfer, 1928, S.7
  4. Josef Brodmann, 1763 -1848. Werkstatt 1821 -1832, in der Josefstadt Am Glacis 43; von 1833 – 1838(?) in der Josefstadt, Lange Gasse 59. „Klavierbauer“ als Berufsbezeichnung war in der Zeit des Biedermeier eine Novität; anfangs galt er als Tischler und war damit an seine Zunft des holzverarbeitenden Gewerbes gebunden. Das neu entstandene Gewerbe „Klavierbauer“ war frei, d.h. es unterlag keinen Zunft gebundenen Regularien, genoß aber auch nicht den Schutz, den die Zunft ihren Mitgliedern bieten konnte. Es gab im biedermeierlichen Wien bis zum Jahr 1850 rund 200 Klaviermanufakturen. Darüber berichtet ein Artikel in der „Beilage der Neuen Freien Presse, Die Internationale Ausstellungs-Zeitung“, Juni 1873, S.3, erschienen während der Weltausstellung 1873. In der Ausstellung wurden in einer Extra-Schau historische Instrumente gezeigt, um die „Geburtsstunde “ des Wiener Klavierbaus vorzuzeigen:
    … Conrad Graf, der in Wien 1851 starb. Schon während seiner Lebensjahre waren J.B. Streicher und Ignaz Bösendorfer als Claviermacher ersten Ranges in seine Stellung getreten. Nach Conrad Graf schätzte man zur Zeit in Wien besonders Brodmann und Leschen. …
    'J.Brodmann war der Vorgänger Ignaz Bösendorfer’s. Die Pianoforte des Letzteren trugen anfangs die Aufschrift „Ignaz Bösendorfer, vormals Brodmann“; ein solches benützte Grillparzer durch volle 40 Jahre, es steht noch in seinem unverändert   erhaltenen Studierzimmer in der Spiegelgasse. Ignaz Bösendorfer’s im Jahre 1828 gegründetes Geschäft blühte rasch auf, und seine vortrefflichen Claviere standen in den Vierziger – und Fünfziger Jahren mit den Streicher’schen zuhöchst in der Mode. Ignaz Bösendorfer war ein tüchtiger Praktiker von großer Arbeitskraft, J.B. Streicher nebenbei ein erfinderischer Kopf. Schon seine Herkunft, der pianistische  Adel des Doppelwappens Stein und Streicher mußten ihn ehrgeizig machen, auch konnte zu jener Zeit keiner seiner Berufsgenossen sich einer so gründlichen wissenschaftlichen Bildung und so wohl großer Reisen rühmen. … Schon im Jahre 1824 baute er Fortepianos in Flügelform „mit Hammerschlag von oben“… .
    'Im Jahre 1830 nahm er ein Patent auf seinen „Stoßzungen-Mechanismus“, eine Art Übergang von der Wiener zur englischen Clavier-Construction. … 
    Schließlich ist die Wiener Clavier-Fabrication noch durch einen … Flügel von Karl  Stein aus der Mitte der Vierziger-Jahre vertreten. …
    'Als Begründer der Pianino – Fabrication in Österreich darf man Martin Seuffert  ansehen, insofern er der Erste war, welcher die früher sehr unvollkommene Form des       „Piano droit“ schon im ersten Decennium dieses Jahrhunderts zu bedeutender Entwicklung brachte und salonfähig machte. …
    'Mehr Aufsehen machte F. Hoxa in Wien, der 1835 Pianos mit doppelten Resonanzböden baute und die Hauptteile seiner Klaviere (Corpus, Stimmstock, Anhängleiste und Verspreizung) in einem Stück aus Gusseisen herstellte. … 'Will man die neuesten Fortschritte kennenlernen, so braucht man nur 100 Schritte weiter in den Industriepalast zu gehen, und an den jüngsten Arbeiten von    Friedrich Ehrbar, Ludwig Bösendorfer und Emil Streicher den Abstand zu ermessen.
    '
    … Das Fortepiano ist ein ganz anderes Instrument geworden; aus einer vergrößerten Zither ein verkleinertes Orchester. Vergleicht man … die ausgestellten alten Claviere mit den neuen, so begreift man es, daß jetzt anders gespielt und anders für Clavier  komponiert wird, als zu Haydn’s und zu Mozart’s
    Zeiten. …
    Bedeutende Klavierbauer um 1800: Johann Schantz, um 1762-1828, Conrad Graf, 1782-1851, Martin Seuffert, um 1772 -1847, Eduard Seuffert, Sohn, 1817 – 1855
  5. Ludwig van Beethoven, 1790 -1827. Ludwig van Beethoven an Andreas Streicher:
    „ich hoffe, die Zeit wird kommen, wo die Harfe und das Klavier zwei ganz verschiedene Instrumente seyn werden …
    In: Das Klavier bis 1850, S. 204
  6. 1829 wurde zum ersten Mal Flügel mit gewölbten Resonanzböden vom „Klavierbauer Carl Schmidt, Preßburg“ hergestellt, mit der Fabrikationsnummer 86 u. 91. Dazu schreibt Schmidt in seinem Verzeichnis:
    … 6 1/2 Oktaven Nußbaum, verfertigt. Das erste mit gewölbtem Resonanzboden, der Kasten von Moritz aus Wien, das Holz schlicht, der Ton heiter … . 15.Februar 1829. “
    … „Das 2te mit gewölbten Boden … 27.April 1829

    In: Das Klavier vor 1850, S.205
  7. Friedrich Hoxa (1793 – nach 1858). Er war ein sehr erfindungsreicher Mann; seine wichtigste Erfindung, um nicht zu sagen Entdeckung, war der Gußeisenrahmen, den er auf der Wiener Gewerbe-und Produktenausstellung 1839 der Öffentlichkeit präsentierte. … Anhängeleiste, Stimmstock und Verspreizung ist von Gußeisen, alle Bestandteile miteinander verbindend aus demselben Metall sind auch die Stifte … damit ist der Resonanzboden von dem spannenden Druck der Saiten befreit . …
    In: Das Klavier vor 1850, S.208
    Hoxa meldet diese Erfindung nicht an; es gibt daher kein Privilegium/Patent, dafür aber ein vergleichbares oder ähnliches mit der Nr. 3481, eingereicht 1842 von der Manufaktur Streicher.
  8. Klavierbaufirma Chickering & Sons, Boston, gegründet 1823
  9. Mitte des 19.Jh. verändert eine Erfindung die Klavierlandschaft zur Gänze. Die Brüder Steinweg, heute Steinway & Sons, verbessern den aus Gußeisen gefertigten Rahmen zur Saitenaufhängung und gehen dazu über, die Saiten gekreuzt statt wie bisher parallel zu spannen; beides erhöht die Zugkraft, verhindert das Verziehen oder Bersten des Rahmens bei zu hoher spieltechnischer Belastung.
  10. Carl Czerny, 1791-1857, Pianist, Komponist, Klavierpädagoge
  11. Allgemeine Wiener Musik-Zeitung, 4.Jg., 5.September 1844, gez. Gr. –Ath-s. Die Manufakturen boten neben den Schauräumen auch Konzerträume an, in denen öffentliche Konzerte stattfanden; das Wiener öffentliche Konzertleben begann erst mit der Gründung der Gesellschaft der Musikfreunde 1812.
  12. Wilhelm von Lenz, Die großen Pianoforte-Virtuosen unserer Zeit aus persönlicher Bekanntschaft. Liszt, Chopin, Tausig, Henselt. Berlin 1872, S. 4
  13. Mit Franz Liszt wurde die Spieltechnik, die Mechanik, das Instrument einer „Radikalkur“ der Veränderung unterzogen. Franz Liszt spielte aus der Schulter; mit dem ganzen Armgewicht fallen die Finger auf die Tasten, die zeitgenössischen Karikaturen sind dafür die besten Berichterstatter, sie zeigen Liszt in der Rolle des „Klavierzertrümmerer“. Die Klavierbauer „kämpften“ mit gesprungenen Saiten, Böden, Kapseln, abgesprungenen Hammerköpfen – und es gab nur ein Instrument, das von Anfang all diesen vehementen „Angriffen“ auf seine Bausubstanz widerstand: der Bösendorferflügel.
    … Liszt begann auf dem Boden der „brillanten“ Klaviertechnik, wie sie Muzio Clementi (1752 – 1832), Johann Nepomuk Hummel(17781837) und vor allem sein Lehrer Carl Czerny (1791-1857) ausgebildet hatten. … In der Folgezeit begann Liszt sich immer entschiedener über seine Vorgänger hinauszubewegen und erweiterte die Grenzen der bislang gebräuchlichen Technik durch neue Spielformen. Er verließ den engen Raum üblicher Passagentechnik, bereicherte seinen Klavierstil durch weitgriffige Akkorde und um Oktavengänge, Nachschlagetechnik, weitreichende Arpeggien und Überschlagstechnik. Ausgedehnte Tremolopassagen und Trillerketten   wurden ebenso angewendet wie eine in ihren Grenzwerten gesteigerte Dynamik. Die Ausnutzung der Klangmöglichkeiten der einzelnen Lagen (insbesondere der tiefen) und deren klangliche Kombination war ihm gerade durch seine neue Art der               Pedalbehandlung möglich geworden. Liszt erschloß völlig neue Wege, indem er nach und nach alle   klanglichen Möglichkeiten des Instruments auszuschöpfen begann. Seine Klangvorstellung wurde nicht zuletzt vom Orchesterklang bestimmt, wie er ihn  in Berlioz „Symphonie fantastique“ und den Beethoven‘schen Symphonien vorfand, die er für Klavier bearbeitete. … Der Vielfalt des Orchesterklanges weiß er auf dem Klavier durch eine bereicherte Palette an Klangfarben und Klangmischungen, durch neuartige Kombinationen von Anschlagsarten und Pedalgebrauch zu entsprechen. …
    In: Mathias Matuschek, Die Erneuerung der Klaviertechnik, S.98
  14. Allgemeine Wiener Musikzeitung, Nr. 107, S. 425
  15. Allgemeine Wiener Musikzeitung, Nr. 107, S. 425; Eduard Hanslick, Die Geschichte des Konzertwesens, S. 362
  16. Eduard Liszt, 1817-1879, Jurist, scherzhaft „Onkel-Cousin“ genannt, wegen des geringen Altersunterschied zwischen Franz Liszt (Neffe) und Eduard Liszt
  17. La Vie Trifurquée“, als „geteiltes Leben“ beschreibt Liszt sein Leben, nachdem er seine Weimarer Tätigkeit aufgegeben hat; die Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein war nach Rom übergesiedelt und Liszt ebenfalls. Liszt „pendelte“ zwischen Weimar, Rom, Wien, Budapest.
  18. Franz Liszt an Ludwig Bösendorfer, 17.11.1870, In: Unbekannte Briefe, S.174
  19. Das Wohnhaus wurde mit einbezogen in diese Planung, denn das Haus in der Josefstadt, Johannesgasse 226, heute Lenaugasse 10, wurde verkauft. Den Auftrag für diesen Neubau erhielt Couché (mehr nicht ermittelt). 1857 wurde mit dem Neubau begonnen.
  20. Leopold Alexander Zellner, 1823-1875, Komponist , Organist, Musikreferent. Er gründet 1855 die „Blätter für Musik, Theater und Kunst“, die er bis 1868 leitete. 1859 führte er die „historischen“ Konzerte in Wien ein; 1868 Nachfolger von Simon Sechter für Harmonielehre am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde, 1869 Generalsekretär der Gesellschaft.
  21. Blätter für Musik, Theater und Kunst , 30.Dez.1859, S.414ff.
    Ignaz Bösendorfer starb an Nierenversagen; der Trauergottesdienst in der Kirche Maria Treu in der Josefstadt, Beisetzung in der Familiengruft auf dem Friedhof auf der Schmelz (aufgelassen). Familiengruft auf dem Zentralfriedhof
  22. Caroline Gomperz - Bettelheim, 1845 – 1925, Altistin, Star der der Wiener Hofoper. Der Komponist und Pianist Carl Goldmark, 1830 – 1915, war ihr Lehrer; nach ihrer Heirat mit Julius von Bettelheim, Textilfabrikant, Politiker, gab Caroline Gomperz nur noch Liederabende, meistens im Bösendorfersaal, begleitet von Carl Goldmark.
  23. Nachruf auf Ludwig Bösendorfer , Neue Freie Presse, 14.Mai 1919
  24. Blätter für Musik, Theater und Kunst, Wien 22.April 1859
Curiosum aus der Konzertchronik zum Bösendorfersaal, NeuWien:
Sogen. Fake-News sind keine Erfindung des 21. Jahrhunderts, nur nannte man sie früher eben „Ente“ oder „Falschmeldung“, beides klingt weniger aggressiv.  Auch Ludwig Bösendorfer wurde, sicher nicht nur einmal, „Opfer“ einer solchen „Ente“: Unter der Rubrik „Theater und Kunst“ im Neuen Wiener Tagblatt  vom 21. Mai 1868 meldet die Redaktion, daß ein Fräulein Murska Briefe versandt hätte mit folgendem Inhalt:
… Ich veranstalte im Salon Bösendorfer ein Wohltätigkeitskonzert … die Sitze nicht zurückzuschicken und dem Überbringer des Briefes den Betrag auszufolgen …

Dem Brief waren Konzertsitze à 3 fl.(florins, d.s.Gulden) beigefügt und das Konzertprogramm. Der 18. Mai kommt, Equipagen fahren vor, Fußgänger erscheinen, sie wollen das Konzert besuchen. … Der Portier des Bösendorfer‘schen Hauses erscheint mit verwundertem Gesicht und sagt irritiert: „Hier findet heute kein Konzert statt!“. Wer hat da wen mißbraucht ? Die Konzerte Franz Liszt in Wien 1838 – 1846 Die ersten Konzerte von Franz Liszt in Wien, 1822. Weitere Auftritts-Serien 1838, 1839, 1840, 1846 Der Beginn der Virtuosenlaufbahn von Franz Liszt wird im allgemeinen mit seinem umjubelten Auftreten in Wien 1838 in Verbindung gebracht Konzerte 1838: 18.4.1838, AthZ, Nr.83, 25.4.1838, S.355, Adami, Franz Liszt spielt Erard/Graf

23.4.1838, Franz Liszt spielt Graf

29.4.1838, Franz Liszt spielt Graf

2.5.1838, Instrument nicht erwähnt

8.5.1838, Franz Liszt spielt Graf

14.5.1838, Instrument nicht erwähnt

18.5.1838, Instrument nicht erwähnt

25.5.1838, AThZ, Nr. 106, 28.5.1838, S.470, Adami

„Soirée musicale“, 10 -12h (22-24h), Nachtkonzert

… zu erwähnen wäre noch, daß Liszt in allen seinen Concerten auf einem und demselben, ganz vortrefflichen Instrumente des Herrn Graf spielte, obgleich ihm auch Thalbergs „Erard“ zu Gebote gestanden wäre. Grafs ohnedies rühmlich bekannte Arbeiten haben eine wahrhafte Feuerprobe bestanden. …

1839 und 1840 gastiert Liszt erneut, er spielt (lt.Rezensionen) immer Graf’sche Flügel.

Am 10.3. 1846 ist der Rezensent(Adami) in der Allgemeinen Theater-Zeitung/AThZ der Meinung, daß Liszt doch einen Bösendorfer spielen sollte. In dem Konzert spielt Franz Liszt einen „Streicher“.

Die erste Erwähnung, daß Franz Liszt einen Bösendorfer spielt :

15.3.1846, Musikverein, Nachmittagskonzert, gemeinsam mit Karl Maria von Bocklet

AThZ v.17.3.1846, S.260, erstmals auf einem Bösendorfer

Liszt spielt mit Karl Maria von Bocklet vierhändig die Sonate in As-Dur von Hummel,   begleitete zwei Lieder von Hoven , … wobei Liszt das erste Mal an einen Bösendorfer - Klavier spielte …

Karl Maria von Bocklet Prag 1801 – Wien 1881, Violinist, ab 1820 in Wien als Pianist tätig, auch Professor für Pianoforte, ein Freund von Franz Schubert

Hofkonzert , AThZ 18.3.1846, S.264

31.3.1846, zum Nachtkonzert heißt es:

… Er (Liszt) bediente sich diesmal des bekannten Bösendorfer’schen Ausstellungs-   Instruments mit der Erard’schen Mechanik, dessen Vortrefflichkeit an diesem heißen Abende sich eigentlich erst recht bewährte. Nicht nur dessen schöner Klang machte   sich unter solchen Meisterhänden geltend, sondern auch Saiten und Stimmung hielten tüchtig bis zum Schlusse aus, was nach drei solchen Concertstücken und bei der  Energie, womit Liszt das Clavier hernimmt, gewiß nicht wenig zu wundern ist …

„Denn das was gelungen ist, konnte auch mißlingen …

1.Ludwig Bösendorfer an Nicolas Dumba, AGM

Nicolas Dumba, 1830 – 1900, Industrieller, Politiker, Direktor der Gesellschaft der Musikfreunde.

Das Vermögen betrug 145.000.- Gulden; das wären 1,9 MiIl. Euro, wenn es sich um Goldgulden gehandelt hat.

2.„Launen-Walzer“, „Aurora-Walzer“ , verlegt bei Carl Haslinger 1857.

Beide Titel erinnern an Walzer von Johann Strauß, Vater und Johann Strauß, Sohn.

Johann Strauß, Vater komponiert einen „Wiener Launen-Walzer“, aufgeführt im Etablissement „Sperl“ in der Leopoldstadt. Johann Strauß, Sohn, komponiert eine „Aurora –Polka“, „Aurora-Ball Tänze“.

Die Widmung auf dem Heft des „Aurora-Walzer“ von Ludwig Bösendorfer richtet sich an die Künstlervereinigung „Aurora“. Hinter diesem poetisch-mythologischen Widmungs - Titel verbirgt sich ein Stück erst kurz zurückliegender Zeitgeschichte, Anspielung auf die eben zu Ende gegangene Ära Metternich. „Aurora“ ist der Name der Göttin der Morgenröte, sie ist die Verkörperung der Hoffnung, der Sehnsucht nach einer Freiheit; in Zeiten der totalen Bespitzelung, Bevormundung und Unterdrückung wird sie zum Symbol des „Wir warten auf das Morgenrot der Freiheit“, auf ein Ende der totalitären Herrschaft. Um der totalen Überwachung zu entgehen, gründete Vereinigungen, denen man den Anstrich des Privaten gab. „Aurora“ war eine Künstlervereinigung für Schriftsteller und Schauspieler, die „irgendwie“ im Untergrund überlebt hat. Ihr Motto lautete: Aurora musis amica. Nach dem Ende der Revolution 1848 wagte sie sich, wie die anderen Vereinigungen, die überlebt hatten, an die Öffentlichkeit. Neben den routinemäßig abgehaltenen Clubveranstaltungen wurden Feste, Bälle organisiert. Meist fanden diese Feste beim „Sperl“ in der Leopoldstadt statt. Johann Strauß hatte sich 1848, auch wenn nicht unbedingt aktiv, für die Revolution begeistert, und wenn er von der Künstlervereinigung um eine Widmungskomposition gebeten wurde, dann konnte er nicht nein sagen; er komponierte Polkas, Walzer und dirigierte diese auch bei den Festen. Die „Aurora Ball-Tänze“ wurden am 18.Februar 1851 beim „Sperl“ als Novität dem Publikum präsentiert.

3.Coelestine /Céleste Bösendorfer, geborene Aicher von Pos(s)bach.

Geboren in Wien um 1838/39; im Abschlußzeugnis des Konservatoriums vom  4.September 1857 wird das Alter von Coelestine von Poßbach mit 19 Jahre angegeben. 1851 Aufnahmeansuchen in das Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde, Ausbildung für Gesang bei Mathilde Marchesi de Castrone, 1821 – 1913, und Klavier. Aus den nur fragmentarisch überlieferten Unterlagen geht hervor, daß sie bereits während der Ausbildung Probleme mit der Stimme bekommen hat.

Auftritt als Schauspielerin im Pasqualatitheater: 8.2.1862

1862, 4.11. Heirat mit Ludwig Bösendorfer

1882, 12.Oktober gestorben in Wien nach langer Krankheit.

Die Neue Freie Presse, am 15.Oktober 1882, Kleine Chronik, Wien,14.October:

Leichenbegängnis zur Abendstunde. Die vorgestern verstorbene Frau Céleste Bösendorfer, Gattin des bekannten Hof-Clavier-Fabrikanten, hatte letztwillig angeordnet, daß man ihre Leichenfeier so bescheiden als möglich gestalte ….

Die Wiener Sonntag-Montagszeitung sowie die Neue Freie Presse in den Nachrufen vom 15.Oktober 1882 berichten über ihre außergewöhnliche Liebenswürdigkeit sowie über ihre große Aufgeschlossenheit jungen Künstlern gegenüber.

4. Pasqualati-Theater im Palais Schönborn, Laudongasse 15-19, Wien - Josefstadt, war ein Privattheater

5. Josef Lewinsky, 1835 – 1907, Schauspieler und Regisseur am Hofburgtheater

6. Ernst von Feuchtersleben, 1806-1849, Dichter und Arzt, Coelestine ist seine Nichte

7. FranzGrillparzer, 1791-1872, Dramatiker

8. Franz Liszt an Ludwig Bösendorfer, undat., In: Unbekannte Briefe, S. 176.

Josef Standhartner, 1818 -1892, Neurologe, Musikliebhaber, Förderer von Richard Wagner, den er 1861 kennengelernt hat, Direktionsmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde und Ehrenmitglied des Wiener Akademischen Wagner-Verein

9. Franz Liszt an Céleste Bösendorfer, 19.1.1874, In: Unbekannte Briefe, S. 190

10. Franz Liszt an Céleste Bösendorfer, 25.10.1876,In: Unbekannte Briefe, S. 200

11. Franz Liszt an Céleste Bösendorfer, 17.4.1881,In: Unbekannte Briefe, S. 231

Ausbildung Ludwig Bösendorfer

Besuch der k.k.Normal-Hauptschule bei St. Anna: 1843, 1844, 1845, Josefstädter Hauptschule: 1846, 1847, 1848. Entspricht in etwa der heutigen Volksschule und      Unterstufe eines Gymnasiums; er wurde als Privatschüler eingeschrieben. Es folgt die Realschule, anschließend das k.k.Polytechnisches Institut: 1849, 1850, 1851, 1852

 Der Unterricht in der Normalschule , Hauptschule bot an:

Neben den obligaten Fächern wie Religion und Elementarmathemathik, d.i. Algebra und Arithmetik, Aufsatzlehre, Geographie, Naturgeschichte (Zoologie), Schönschreiben und Zeichnen, wurde Unterrichtsstoff Lesen differenziert: „Deutschgedrucktes“ damit ist die Frakturschrift gemeint, Lateingedrucktes, d.i. in Romanica gesetzt, analog dazu auch das Schreiben in den beiden Schriften, Redeteile   in deutscher Sprache, meint wahrscheinlich Rhetorik, Aussprache – das heißt Unterricht in präziser Diktion, keinen Dialekt.  

 Ludwig Bösendorfer hat auf dem Polytechnikum neben den technischen und kaufmännischen Ausbildungsangeboten auch einige sogenannte schöngeistige Fächer wie Deutsch (das bedeutete auch Literatur) besucht. Den angebotenen Sprachunterricht für Französisch oder Italienisch hat er zumindest laut Zeugnis nicht wahrgenommen.

 Von der Ausbildungszeit im Konservatorium fehlen die entsprechenden Unterlagen.

Familie

Der Bruder Adolph, 1839 geboren, ein wenig „aus der Art geschlagen“, nach damaliger Perspektive, er wählt einen ganz eigenen Weg. Er will Sänger werden, bekommt Probleme mit der Stimme wegen eines Halsleidens, muß seinen Berufswunsch aufgeben. Er gründet einen Musikalien- und Notenverlag, eine Musikzeitschrift . Als Adresse seit 1872 findet man: Herrengasse 6, in den Verkaufs – und Schauräumen der Firma Ludwig Bösendorfer.

 Der Musikverlag ist kein Erfolg, er holt sich Partner ins Boot, verkauft und muß doch als letzten Ausweg Insolvenz anmelden. Über den Rest seines Lebensweges weiß man nur: er lebte zuletzt mit seiner Frau Meta in Mainz, ist als Kaufmann registriert. 1904 stirbt 1adolph Bösendorffer in Mainz, wenig später seine Frau Meta.

 Die Schwester Maria, 1842 geboren. In ihren Jahresaufzeichnungen beschreibt sie, wie Anton Rubinstein Gast im Sommersitz der Familie Bösendorfer in Dornbach ist.  Sie heiratet den Oberstleutnant August Schönecker. Das Jahr der Katastrophe, 1873, der Schwarze Freitag, die Börse bricht zusammen, viele verlieren über Nacht buchstäblich alles. 1875 kann August Schönecker seine Schulden nicht mehr    bedienen, es wird exekutiert und es bleibt ihm nach dem damaligen Ehrenkodex als einziger Ausweg der Selbstmord.

 Ludwig und seine Schwester Marie hatten ein gutes geschwisterliches, enges Vertrauensverhältnis. Wie er wirklich zu seinem Bruder Adolph stand, weiß man nicht, aber sicher ist, daß Ludwig Bösendorfer ihn, auch als er Insolvenz anmelden mußte, nicht im Stich ließ. 

Erste Erfolge – die Weltausstellungen 1862 und 1867

1.John Broadwood & Sons, 1728 gegründet; der berühmteste Käufer eines Broadwood war Ludwig van Beethoven, 1817

Zum Thema Medaillen auf der Weltausstellung in London 1862, s. a. Richard K.Lieberman, Steinway & Sons , München 1996, S. 56 ff.

2. Der „deutsch-österreichische“ Krieg von 1866: Anlaß war die Auseinandersetzung um die Vorherrschaft zweier „Blöcke“, der Deutsche Bund unter der Führung Preußens und der Habsburger-Monarchie. Es war Otto von Bismarck, Reichskanzler, der ein Deutsches Kaiserreich unter den Hohenzollern anstrebte. 1866 verloren die Armeen Habsburgs bei Königgrätz die entscheidende Schlacht.

3. Otto von Bismarck, 1815-1898, Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs

4. Krupp AG, im 19.Jh. Friedrich Krupp AG., vor allem Rüstungsprodukte

5. Pauline Metternich, 1836 -1921

… sie war häßlich, aber aufregend und exzentrisch. Sie trug den fußfreien Rock, sang   pikante Chansons, rauchte Zigarren … Keines ihrer zahllosen Feste war glanzvoller als dieser hochpolitische Ball in der Pariser Botschaft, durch den sie Kaiser Napoléon       demonstrieren wollte, daß die Lebenskraft Östereichs durch die Niederlage der  jüngsten Zeit keineswegs gebrochen war. … und hier spielte Johann Strauß … „An der schönen blauen Donau“ … am 28. Mai 1867, so beschreibt Marcel Prawy einen Teil der Festlichkeiten; vielleicht war auch Ludwig Bösendorfer mit seiner Frau Céleste anwesend.
In: Marcel Prawy, Johann Strauss, S.103
6. Jacques Offenbach, 1819-1880, Komponist, Cellist
7. "La Grande Duchesse de Gerolstein“, 12.4.1867 uraufgeführt, vgl. dazu Alexander Faris, Jacques Offenbach, S.162f.
8. Theophil Hansen, 1813-1891, Architekt; Anton Grosser

9. Blätter für Theater , Musik und bildende Kunst, 28.6.1867 10. Die Debatte, Wiener Lloyd, 2.7.1867 11. Morgen-Post, 14.9.1867

„Eine große Zeit“

Der Claviermacher als Mäzen, als Geschäftsmann - im Zentrum des Wiener Musikgeschehens

1.Handschriftliche Notiz im Nachlaß Ludwig Bösendorfer, AGM

2. Der Brief vom 10.Mai 1880 ist entweder eine eigenhändige Abschrift oder ein Briefentwurf. (Kopiermöglichkeiten waren um 1880 Abschriften). Das Schreiben vom 10.Mai 1880 an einen unbekannten Adressaten richtet sich vermutlich an einen Dirigenten, auf jeden Fall an einen prominenten Musiker. AGM

3. Opernkrise: damit spielt Bösendorfer auf das enorme Defizit der Hofoper an, das Franz Jauner als Direktor des Hauses allen Bemühungen zum Trotz nicht verringern konnte. Jauners wichtigste künstlerische Leistung, die Erstaufführung des „Ring des Nibelungen“, Richard Wagner, sowie anderer Wagner-Opern, brachten nicht den erhofften finanziellen Gewinn.

4. Franz Jauner, 1831-1900, Schauspieler, Direktor des Carltheater, dann der Hofoper 1875 - 1880; Ringtheater 1880/1881. 1892 leitete er die Wiener Theaterausstellung und die Ausstellungstheater auf der Internationalen Musik-und Theaterausstellung.

5. Baron Hofmann, gemeint ist Leopold Friedrich Freiherr von Hofmann, 1822 -1885, Generalintendant der k.u.k. Hoftheater, d.i. das Hofburgtheater (bis 1880 das Haus am Michaelerplatz, das „Alte Burgtheater“, ab 1880 das Haus am Ring, das „Neue Burgtheater“) und die Hofoper, (seit 1869 das Haus am Ring) von 1880 - 1885

6.Franz von Dingelstedt, 1814 – 1881, Direktor der Hofoper 1867 - 1870, Direktor des Burgtheaters 1870 - 1881; er starb am 15.Mai 1881

7.Die Hoftheater unterstanden in allen Belangen, ausgenommen künstlerische Entscheidungen dem 1. Obersthofmeister; 1867 – 1896 Prinz Hohenlohe – Schillingsfürst, er war verheiratet mit Marie von Sayn-Wittgenstein, der Tochter der Fürstin Caroline Sayn-Wittgenstein, der langjährigen Weggefährtin von Franz Liszt. Der Nachfolger im Amt als 1. Obersthofmeister war Rudolf Prinz von und zu Liechtenstein von 1896 -1908

8. Deutsche Kunst - und Musik- Zeitung, mit dem Untertitel: Central-Organ für Musik, Theater, Literatur und bildende Kunst. Officielles Organ von Gesangsvereinen Oesterreich- Ungarns. Herausgeber: Otto Keller. Wien am 15.November 1897

9. Internationale Musik- und Theaterausstellung, 7. Mai – 9. Oktober 1892

10. Ludwig Gottsleben, 1836 – 1911, Schauspieler, der letzte Stegreifdarsteller von Wien

11. Wiener Salonblatt, 23.Jahrgang, 12.Juni 1892, S.6

12. Weimar, 3.Mai 1884, Franz Liszt an Ludwig Bösendorfer :

… Noch eine Bitte : Lassen Sie sogleich expediren nach Weimar; Ihr Piano-forte Octavier, welches schon im Augarten sehr effectuirte …

In: Unbekannte Briefe, S.240.

A(llgemeiner) D(eutscher) M(usik)V(erein) in Weimar 23. – 28.5.1884. Octavier, vgl. dazu: Katalog der Sammlung alter Musikinstrumente, 1.Teil. Wien 1966, S. 57 f., Nr. 45.

Im Palais Am Augarten wohnte Marie Hohenlohe-Schillingsfürst, die Tochter von Carloyne Sayn-Wittgenstein

13. Ferruccio Busoni an Gerda Busoni , Briefe, Bd.1 , S. 384

14. Emil Sauer an Ludwig Bösendorfer, 14.1.1911 AGM

15. Ludwig Bösendorfer an Alfred Grünfeld, Oktober 1897, Wienbibliothek /Teilnachl. Alfred Grünfeld

16. Robert Hirschfeld, 1857 – 1914, Musikkritiker, Musikpädagoge, Musikschriftsteller

17. Wiener Abendpost, Beilage zur Wiener Zeitung, 27.März 1899

18. Rafael Joseffy, 1852 – 1915, Pianist

19. Moritz Rosenthal, 1862 – 1946, Pianist

20. Carol Mikuli, 1821 – 1897, Pianist

21. Leo Rosenthal, Vater von Moritz Rosenthal, Geburtsdatum unbekannt - 1878

22. Briefe Moritz Rosenthal, AGM

23. Briefe Moritz Rosenthal, AGM

24. Nachlaß Ferruccio Busoni, MuStaBi

25. Nachlaß Ferruccio Busoni, MuStaBi

Zum Klavierwettbewerb

Preisausschreiben ausgelobt von Ludwig Bösendorfer für ein Klavierkonzert

Preisgeld insgesamt: 4000.- Kr.

1.Pr. 2000.-, 2.Pr., 12.000.-, 3.Pr. 800.-

Einsendeschluß: 1.7.1898

Jury:

Wilhelm Gericke, Alfred Grünfeld, Theodor Leschetitzky, Mori(t)z Rosenthal

72 Werke wurden eingereicht, davon wurden prämiiert:

Nr.33 Eduard Behm, Motto: „Ohne Kampf kein Sieg“

Nr. 56 Ernst von Dohnanyi: Motto“ Nur das Ideale ist das Wahre“

Nr. 66 Jan Brandts – Buys: Motto“ Es muß“

Aufführung: 26.März 1899, Musikverein, Großer Saal. Orchester: Hofopernorchester, Dirigent: Johann Nepomuk Fuchs

Ernst von Dohnanyi reichte nur den ersten Satz seines Klavierkonzerts ein, die dreisätzige Fassung spielte er in Budapest unter der Leitung von Hans Richter am 11.1.1899

Der Klang lebte … “. Der Bösendorfersaal

1.Carl Lafite, Ludwig Bösendorfer. Ein Wiener Bürger und Klaviermacher,

In: Denkschrift zu den Meisteraufführungen Wiener Musik. Veranstaltet von der Gemeinde Wien., 26. Mai -13. Juni 1920. Wien 1920, S. 35 – 39

2. Blätter für Theater, Musik und Kunst, 1859

3. Blätter für Theater, Musik und Kunst, 19.4.1872

4. Hochhaus, Herrengasse 6-8, Wien – Innere Stadt, erbaut 1931/32

5. Das „Haus Liechtenstein“ (die Fürsten Liechtenstein) gehörte zu den größten Grundbesitzern in der Habsburger-Monarchie

6. Josef Hellmesberger, 1828 – 1893, Dirigent, Konzertmeister

7. Karolygasse, jetzt Graf-Starhemberggasse, Wien-Wieden; das Gebäude wurde 2012 abgerissen

8. Hans von Bülow, 1830 – 1894, Pianist, Dirigent

9. Stefan Zweig, Die Welt von gestern, Erinnerungen eines Europäers, Stockholm 1947, S. 33

10. Sigmund Schlesinger, Bösendorfers Flucht vor dem Abschiednehmen, Neues Wiener Journal, 13.April 1913, S. 4

11. Stefan Zweig, Die Welt von gestern, Erinnerungen eines Europäers, Stockholm 1947, S. 33f.

12. Christine Meglitsch, Wiens vergessene Konzertsäle, Wien 2005

13. Teilnachl.Alfred Grünfeld Wienbibliothek

Die Konzertbücher , die Chronik der Konzerte im Bösendorferssaal:

  1. 19.11.1872 – 7.3.1880
  2. 14.3.1880 – 27.4.1884
  3. 2.5.1884 -27.2.1889
  4. 28.2.1889 -13.2.1893
  5. 15.12.1893 -20.3.1896
  6. 25.3.1896- 5.3.1900
  7. 7.3.1900 – 30.11.1903
  8. 1.12.1903 – 16.2.1907
  9. 19.2.1907 – 11.3.1910
  10. 12.3.1910 -20.12. 1912
  11. 12.Dez. 1912 – 2.5.1913

AGM

Eröffnungskonzert, 19.November 1872. Es spielte Hans von Bülow

Im Ersten Buch, auf Blatt 1.: Widmung von Hans von Bülow: Viribus unitis, 19.Nov.1872

Ein bedeutender Chronist des Bösendorfersaales war Robert Hirschfeld; er war „Konzertgeber“ für die Konzert-Reihe „Renaissance-Musik“

„Mit meinen ‚Flügeln‘ komme ich um die ganze Welt …“

1.Géza von Zichy, Aus meinem Leben, Bd. 2, S. 55

Géza Graf Zichy zu Vásonykeö, 1849 – 1924, Pianist, Komponist, Präsident der Königl.Ungarischen Musik - Akademie, 1891 – 1894 Direktor der Königl.Oper in Budapest

2. Die Tribüne, Vossische Zeitung, beide Berlin. In: Zichy, Aus meinem Leben, Bd.3. S.16f.

3. O.Gumprecht, Nationalzeitung, In: Zichy, Aus meinem Leben, Bd.3. S.16f.

4. Josef Joachim, 1831 – 1907, Violinist, Freund von Johannes Brahms; Direktor der Hochschule für Musik, Berlin

5. Géza von Zichy an Ludwig Bösendorfer, AGM

6. Géza von Zichy an Ludwig Bösendorfer, AGM

7. Briefwechsel Franz Liszt und Hans von Bülow. Hg.von La Mara, Leipzig 1898, S.396f.

8. Hans von Bülow an Ludwig Bösendorfer, AGM

9. Richard Wagner hält sich 1861 in Wien auf. Die Hofoper, damals noch das Theater am Kärntnertor, möchte „Tristan und Isolde“ zur Uraufführung bringen. Nach 77 Proben wird das Projekt abgebrochen; Wagner verläßt Wien fluchtartig. In diesen Monaten hat er zahlreiche Kontakte geknüpft, zum Teil lebhaft unterstützt auch von Standhartner (s.dort)

10. Angelo Neumann, 1831 – 1907, Sänger, Bariton, später Dramaturg und Operndirektor in Leipzig, in Prag. 1862 – 1876 engagiert an die Hofoper/Theater am Kärntnertor, Wien, ab 1867 im Haus am Ring; er setzt sich von Beginn seiner Karriere an für Richard Wagner ein. „Das reisende Richard Wagner-Theater“ ist eine Art „Grüner Wagen “(d.i. ein Tournee-Theater), der den „Ring“ in gekürzter Fassung (mit Wagners Zustimmung) popularisieren helfen soll.

…. Zum zweiten Zyklus stellte sich auch der neue Leipziger Operndramaturg Angelo Neumann ein. Er war völlig überwältigt und versuchte den Ring sofort für Leipzig zu erwerben. Von dem Wiener Piano-Fabrikaten Bösendorfer an Liszt empfohlen, verschaffte sich Neumann eines Morgens um 9h Zutritt in Wahnfried. …

In: Martin Gregor-Dellin, RW, S. 723;  s. dazu : Angelo Neumann, Erinnerungen an Richard Wagner, 3.Aufl., Leipzig 1907

11. Hundert/100 Jahre Bösendorfer, 1928, S. 3

12. Alice Barbi, 1858 – 1948, Sängerin, Mezzosopran

13. 100 Jahre Bösendorfer, 1928, S. 12

In meinen Werkstätten “…Turbulenzen, 1873 – 1901

1.Ludwig/Lajos Beregszászy,1817-1891, Klavierbauer; Freundschaft in Konkurrenz könnte man das Verhältnis Bösendorfer – Beregszászy am besten beschreiben.

Marta Szekeres –Farkas, Ein ungarischer Klavierbauer im 19.Jh.: Lajos Beregszázy. Eine ausführliche biographische Darstellung sowie die Beschreibung der ungarischen Klavierbauszene und die Rolle von Franz Liszt in diesem Zusammenhang.

In: Studia Musicologica 1972, S.308ff.

2. Friedrich Ehrbar, 1827 – 1905, Klavierbauer, übernimmt als Nachfolger nach dem Tod von Eduard Seuffert, 1817-1855, dessen Firma, er heiratet Rosa Seuffert, seine Witwe. 1866 übernimmt er das Patent des Gußeisen - Rahmen (1859 an Steinway erteilt). Er entwickelt das sogen. „Prolongement“, eine spezielle Mechanik mit deren Hilfe Töne/Akkorde in ihrer Klangdauer beliebig verlängert werden können. 1873 stellt er den sogen. Celloboden (ein wie bei einem Violoncello gewölbter Boden) erstmals auf der Pariser Weltausstellung vor; diesen Boden hatte Beregzsászy bereits 1871 auf der Londoner Weltausstellung gezeigt. Beregzsászy hatte sich seit 1864 (s.„Blätter für Theater, Musik und Kunst“, 10.Jg. April/Mai 1864) mit dem bautechnischen Problem des Resonanzbodens auseinandergesetzt.

3. Eduard Hanslick, 1825 – 1904, Musikkritiker, Musikschriftsteller

4. Zahlreiche Geschäftsbriefe Bösendorfers tragen auf der v° -Seite diesen Text. AGM

5. Neue Musikalische Presse, 1898, Nr. 45, S.19

6. Die Großindustrie Österreichs, Sonderband: Das Wiener Clavier, 1898, S.19f.

Wie weit oder wie gründlich Ludwig Bösendorfer sich mit den Schriften und Theorien von Hermann von Helmholtz auseinandergesetzt hat, bleibt offen, muß offenbleiben, denn es gibt keine schriftlichen Hinweise. Die überlieferten handschriftlichen Notate geben ebenfalls keine Hinweise; nach der Lektüre von „Das Wiener Klavier“ ergibt sich auch kein Aufschluß dazu. Bleiben die fachlichen Berichte über die Instrumente und die Neuerungen, aber auch hier finden sich keine Hinweise auf die Kenntnis der Helmholtz‘schen Schriften oder Theorien; auszuschließen ist es dennoch nicht. Die Polemik um die Duplexscala (d.i. doppelte Mensur), Patent Nr. 126, 848, 14.5.1872, vgl. Signale für die musikalische Welt, 33.Jg. Nr.5, 1875, S. 72ff. Darin auch ein autorisierter Abdruck des amtlichen Berichts von Oscar Paul über die Wiener Weltausstellung 1873, Bd.2 H.5, S. 73

7. Ernst von Wolzogen, 1855 -1934, Schriftsteller, gründet das erste literarische Kabarett im deutschen Sprachraum „Das Überbrettl“ und geht damit auf Tournee.

Die Anspielung bezieht sich auf einen Versuch Ernst von Wolzogens für sein „Überbrettl“-Gastspiel in Wien einen Bösendorfer - Flügel zu mieten , was aber abgelehnt wurde, worauf sich Wolzogen mit einem Überbrettl - Scetch „rächte“. Bericht im Wiener-Montags-Journal, 23.9.1901 „Der nicht wohlerzogene Herr von Wolzogen

8. Anton Rubinstein an Ludwig Bösendorfer, AGM

9. Leo Botstein, Music an His Publics, p. 554f.

10. Eduard Seuffert, 1850 – 1908/09, Todesdatum unbekannt, entfernt verwandt mit der Familie Seuffert/Ehrbar. Prokurist bei Bösendorfer 1880-1901, war ursprünglich bei der Klavierfirma Bechstein in London tätig. Komponist und Publizist

Brief vom 6.Juni 1901, AGM

Die Anrede „Gönner“ ist eine damals gebräuchliche Höflichkeitsfloskel

Einige Publikationen von Eduard Seuffert:

Eduard Seuffert zum Thema „Wiener Mechanik“ und ihren Gebrauch bis über 1900.

… Unter Berücksichtigung unserer Absatzgebiete: Rumänien, Balkanstaaten, ungarische Tiefebene – wo auf Meilen kein Stimmer und noch weniger eine  Reparateur zu finden ist – mußten wir notgedrungen bei dem Perpetuum  mobile der Wiener Mechanik bleiben. …

In: Bericht über die Lage der Clavier-und Harmonium-Branche anläßlich der Zollenquete der niederösterreichischen Handels-und Gewerbekammer, Wien 1900

Anläßlich der Kaiser- Jubiläumsausstellung 1898:

Ein Wort an den Minister“ .Ein offener Brief zu den Problemen Im- und Export der Instrumente.

In: Neue Musikalische Presse 1898, Nr.15, S.9

Was hat die österreichische Clavier-Industrie von einer Betheiligung an der Pariser Weltausstellung zu erwarten?

In: Neue Musikalische Presse, 1897, Nr.16, S.2/3

Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen geographischen u.a. Gegebenheiten der österreichischen Industrie gegenüber der ausländischen, speziell der deutschen Clavierindustrie; vor allem zum Thema der unterschiedlichen Klangvorstellungen und ihre Realisierung im Instrumentenbau

Das Klavierspiel als Kunst. Kritische Auseinandersetzung zum Thema Unterricht und Interpretation, In: Neue Musikalische Presse,1898, Nr.15, S.8/9

11. Briefe Moritz Rosenthal, AGM

Liebster Freund! Ich bin alt …“ Endzeit

1.Alfred Grünfeld, Wienbibliothek, Teilnachl.Alfred Grünfeld

2. Johann Strauß,Telegr.o.Dat., hs. Entwurf, Wienbibliothek, Nachl.Johann Strauß

3. Johann Strauß, „Rathausball-Tänze“, op. 438, komponiert für den „Ball der Stadt Wien“ mit dem das Neue Rathaus am 12. Februar 1890 eröffnet wurde.

4. Ludwig Bösendorfer an Johann Strauß, In: Briefwechsel Johann Strauß, Bd. V, S.30f.

Ludwig Pollak, Bankier, und Frau, wohnhaft Wien Opernring 23

5. Brief von Johann Strauß an Ludwig Bösendorfer, In: Briefwechsel Johann Strauß, Bd. V, S.30f.

6. 1855 wurde Ludwig Bösendorfer zum Associé der Firma Ignaz Bösendorfer ernannt

7. Henriette von Latinovits

1831/1830 geb., Borsod

1883, 7.9. – 1885, 20.10. Briefwechsel zwischen Henriette und Ludwig Bösendorfer , 11 Briefe, mehr nicht überliefert

1893, 20.12. Heirat mit Ludwig Bösendorfer

1906, 2.6. gestorben in Wien, in Gotha begraben

Zwei Kinder: Tochter Eugenie, genannt Leonie, heiratet Alexander Girardi 1898; Sohn

Golman, nach New York ausgewandert.

Die Stieftochter Eugenie, genannt Leonie, wird geliebter Mittelpunkt der nunmehr dreiköpfigen Familie. Ludwig Bösendorfer wird zum engagierten Theaterbesucher, wenn seine vielfältigen Tätigkeiten ihm dafür Raum und Muße lassen. Er muß dies allerdings ganz heimlich tun, denn in ganz Wien ist bekannt, daß Girardi nichts so sehr haßt, wie Familie, Freunde, Bekannte in einer seiner Vorstellungen zu wissen, sie machten ihn nervös! So sein Kommentar. Darum muß sich jeder, will er den großen Volksschauspieler auf der Bühne erleben, diverse Maskeraden, Tricks ausdenken um nicht entdeckt zu werden. Schauspieler haben einen ganz unheimlichen Instinkt dafür, wenn im Zuschauerraum jemand sitzt, den sie dort eigentlich nicht haben wollen.  

Mit Henriette zieht ein anderer Geist in die Räume in der Herrengasse, sie hatte kaum Interesse an Kunst und Musik; sie bevorzugte eine gemütliche, stille Häuslichkeit, sie liebte keine Öffentlichkeit.

8. Treumann-Theater, eigentlich Theater am Franz-Josephs-Quai 19. 1860 -1863; in der Nacht vom 9./10.Juni 1863 brannte das in Holzbauweise errichtete Theater ab. Das Repertoire bestimmten die Operetten von Franz von Suppé und Jacques Offenbach.

9.Carl-Theater, vormals Theater in der Leopoldstadt, umbenannt in Carltheater, nachdem es Carl Carl gekauft und umgebaut hatte. Es war das „Stammhaus von Johann Nestroy“ als Dramatiker wie als Darsteller, hier wurden auch viele Operetten von Jacques Offenbach (mit Johann Nestroy als Darsteller) aufgeführt; Operetten bestimmten das Repertoire nach dem Abgang von Nestroy.

10. „Die Hanni weint, der Hansi lacht“, ( „Jean qui rit et Jeanne qui pleure“), einaktige Operette von Jacques Offenbach, 1866 erstmals im Carl-Theater aufgeführt. Der Plot, eine Liebesgeschichte und ein unwilliger Vater, Mosthuber, der die Heirat verhindern will. Die Titelpartie singt Amalie Materna, die spätere große Wagner- Sängerin. 

Partitur des Einakters aus dem Archiv des Carl-Theaters, Musiksammlung der ÖNB, Sm 2342, fol.118

11. Carl MichaelZiehrer, 1843 – 1922, Militärkapellmeister, Operettenkomponist

12. Prager Tagblatt, Nr.99, 10.April 1915.Carl Michael Ziehrer verwechselt in seiner Erinnerung die Vornamen seines Verlegers, er meint den Sohne Carl; Vater Tobias war 1842 gestorben

13. Carl Lafite, Ludwig Bösendorfer. Ein Wiener Bürger und Klaviermacher, S. 36 ff. in: Festschrift zu den Meisteraufführungen Wiener Musik.Veranstaltet von der Gemeinde Wien 26.Mai -13.Juni 1920. Wien 1920

14. Brief an Sophie Menter ,Wien Dezember 1907 (31.12.?), AGM, Firmenarchiv A/II/4

Sophie Menter, 1846-1918, Pianistin, Komponistin. 1869 lernt sie Franz Liszt in Wien kennen; er schätzte sie sehr als die beste Pianistin ihrer Zeit.

15.Carl Hutterstrasser, pseud. Charles Vernay, 1863 – 1942, Komponist, Cellist, Pianist, Bankier. Ab 1910 gehörte er dem Direktorium der Gesellschaft der Musikfreunde an. Zwei Söhne: Wolfgang, Präsident der Wiener Singakademie und Direktionsmitglied der Wiener Konzerthausgesellschaft. Alexander ist der Nachfolger seines Vaters in der Leitung der Firma Bösendorfer, Mitglied des Direktoriums der Gesellschaft der Musikfreunde. Carl Hutterstrasser erinnert 1928 an das 100-jährige Bestehen der Firma mit einem kleinen Buch und einer Ausstellung. Er schreibt über die Person Ludwig Bösendorfer, S.5:

  … Die in unserer Fabrik geleistete hundertjährige Arbeit , … mit einigen Daten zu   illustrieren … wird mir … durch den Umstand schwer gemacht, daß mein unmittelbarer Vorgänger Ludwig Bösendorfer nicht den geringsten Sinn für Statistiken, wie das Festhalten ungewöhnlicher Ereignisse oder für die Firma markante Vorkommnisse hatte und mir so gut wie gar nichts hinterließ, auf das ich mich beim Niederschreiben der Geschichte des Hauses Bösendorfer stützen könnte. Er   pflegte zu sagen: „Was war, interessiert mich nicht mehr, nur das, was sein wird.“ …

16. Kaufvertrag zwischen Ludwig Bösendorfer und Carl Hutterstrasser: Verkauf der Firma Ludwig Bösendorfer, vom 26.April 1909

17. Hans Liebstoeckl, Der alte Bösendorfer, Neues Wiener Tagblatt, 29.9.1912

18. Das Denkmal Rubinstein-Liszt-Bülow, AGM Relicta betreffend das Bülow-Liszt-Rubinstein-Denkmal

19. Ludwig Bösendorfer, Erinnerungen an Liszt und Rubinstein, Neue Freie Presse, 12.April 1914, S. 17 f.

Nachlaßmaterialien/Primärquellen:

Ludwig Bösendorfer

Ludwig Bösendorfer hat testamentarisch seinen Nachlaß der Gesellschaft der Musikfreunde vermacht.

Das Testament vom 23.Februar 1914 ,Punkt II/9:

… meine Bücher (einschließlich der Fachschriften für Instrumentenbau und Musik), Schriften, Drucksachen, Künstlerporträts und sonstige Bilder, Diplome, Briefe und    überhaupt der Inhalt aller Kasten, das Museum und die Instrumente sowie die Kassa samt Inhalt. …

Eine Übernahmeliste durch die Gesellschaft der Musikfreunde wurde nach dem Tod des Nachlassers offenbar nicht erstellt; somit ist nicht mehr rekonstruierbar, worin der Nachlassumfang nach Ende des Krieges tatsächlich noch bestand, was davon vom Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde 1919 übernommen wurde.

Zum Datum der Übernahme des Bestandes gab es noch keine Vorgabe einer Übernahme und Verzeichnung nach dem Provenienzprinzip. Dies bedeutet: einen Bestand in sich geschlossen zu übernehmen und auch als solchen zu erschließen und verzeichnen. Man trennte nach der Übergabe weitgehend nach Materialien: Drucksachen, Autographen/Briefe, Manuskripte, Photomaterial, Graphiken, Bilder, Instrumente usw.

Als persönlicher Nachlaßbestand verzeichnet wurden persönlichen Dokumente, Familienunterlagen, Patente, Aufzeichnungen unterschiedlichen Inhalts, Listen, Photos, Zeitungsausschnitte und andere Sammelstücke.

Die Korrespondenzen, vor allem Briefe an Ludwig Bösendorfer sind unter dem Namen des jeweiligen Briefschreibers geordnet.          Eine Autographenrecherche in Internet ergab, daß das Antiquariat Inlibris ein ziemlich umfangreiches Konvolut von Briefen an Ludwig Bösendorfer im Anbot hat.

Firmenarchiv:

Mit dem Abriß der Produktionsstätte und des Konzertsaals in der Starhemberggasse 14, Wien-Wieden wurde ein Teilbestand des Firmenarchivs an das Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde übergeben.

Ein Verzeichnis liegt vor, bezeichnet „Firmenarchiv“:

Bestand: gegliedert nach Gruppen zu unterschiedlichen Themen, wie Bösendorfersaal, Instrumente, Patente, Familie usw.

Die Produktionsbücher, die Verkaufsbücher, befinden sich im Firmenarchiv.

Diese Bücher geben darüber Aufschluß, wann welches Modell produziert wurde /Arbeitsablauf/ sowie über den Verkauf, Vermietung

Andere Archive und Bibliotheken

Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde/AGM

Archiv der Wiener Philharmoniker

Nachlaß Ferruccio Busoni, Musikabteilung und Mendelssohnarchiv, Staatsbibliothek, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin/MuStaBi

Staatliches Institut für Musikforschung, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin

Goethe – und Schiller-Archiv/Klassik Stiftung, Weimar

Österreichische Nationalbibliothek:

              Bildarchiv und Porträtsammlung

              Musiksammlung, Handschriften und alte Drucke, Bildarchiv

Theatermuseum Wien, Kunsthistorisches Museum

Wienbibliothek, Handschriftensammlung und Musiksammlung

Literaturhinweise, Kurztitel

Guido Adler, Fachkatalog der Internationalen Theaterausstellung, Wien 1892

Chr.Ahrens, Hammerklaviere mit Wiener Mechanik, Frankfurt 1999

Patrice Bailhache, Antonia Soulez, Céline Vautrin, Helmholtz, Du Son à la Musique. Avec des textes de Hermann von Helmholtz, Ernst Mach et Carl Dalhaus. Paris 2011

Oscar Bie, Das Klavier und seine Meister, Berlin 1898

Ludwig Bösendorfer, Das Wiener Clavier, Wien 1898, Sonderausgabe zu: Die Großindustrie Österreichs. Festgabe zum glorreichen 50-jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs, Wien 1898, 6 Bde

Leo Botstein, Music and its Public ; habits of listening and crisis of musical modernism in Vienna 1870 – 1914 .Bd.1-3 , photokop. Diss.,1985

Marie von Bülow, Hans Bülow, Stuttgart 1925

Ferruccio Busoni, Werkverzeichnis aufgrund der Aufzeichnungen Ferrucco Busonis, Leipzig 1924

Busoni. Freiheit für die Tonkunst! Publikation zur Ausstellung, Berlin 2016

Ferruccio Busoni, Briefe an seine Frau, 1889 – 1923, Gesamtausgabe, Wilhelmshaven 2015

Ferruccio Busoni, Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst. Kommentierte Neuausgabe v. Martina Weindel. Wilhelmshaven 2001

Verena Cizek, Die Geschichte der Firma Seuffert. Wien 1989 (Diplomarbeit)

Wolfgang Ebert, Johannes Brahms und Josef Joachim in Siebenbürgen, Tutzing 1991

Ilona von Dohnanyi, Ernst von Dohnanyi, A Song of life,Bloomington 2002

Alexander Faris, Jacques Offenbach, Zürich 1982

Festschrift Otto Biba, Hg. Ingrid Fuchs. Tutzing 2006

Joseph Fischhof, Versuch einer Geschichte des Clavierbaus, mit besonderem Hinblick auf die Londoner Große Industrie-Ausstellung im Jahre 1851. Wien 1853

Fromme’s Musikalische Welt, Notiz-Kalender, 1.Jg.1876ff. Wien 1876

Führer durch die Weltausstellung Paris 1900, Wien 1900

Gabriele Gaiser-Reich, Gustav Walter,Tutzing 2011

Geschichte der Klaviermusik, nebst einem Anhange: Geschichte des Klaviers, Leipzig o.J., 3.Ausg.

Die Geschichte eines Flügels. Wien 1978

Carl Goldmark, Erinnerungen aus meinem Leben, Wien 1922

Max Graf, Jede Stunde war erfüllt. Wien (1957)

Die Großindustrie Österreichs. Festgabe zum glorreichen 50-jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs, Wien 1898, 6 Bde

Serge Gut, Franz Liszt, Sinzing 2009,Musik und Musikanschauung im 19.Jh., Studien und Quellen, hg.Detlef Altenburg, Bd.14

Albert Gutmann, Aus dem Wiener Musikleben, Wien 1914

Martha Handlos, Studien zum Wiener Konzertleben im Vormärz, Wien 1985, phil.Diss.

Eduard Hanslick, Geschichte des Concertwesens, Wien 1869, 1870, 2 Bde

Eduard Hanslick, Aus meinem Leben, Berlin 1894, 2 Bde

Robert Hirschfeld, Fünfundzwanzig Jahre Saal Bösendorfer. 19.Novemeber 1872 – 19.November 1897, in: Neue Musikalische Presse, 1897, Nr.46, S.7ff.

Rudolf Hopfner, Wiener Musikinstrumentenmacher 1766 – 1900, Adressenverzeichnis und Bibliographie. Tutzing 1999

185 (Hundertfünfundachtzig) Jahre Bösendorfer, Wien 2013

Wolfram Huschke, Franz Liszt. Wirken und Wirkungen in Weimar, Weimar 2011

Internationale Musik- und Theaterausstellung. Kritische Briefe von Josef Sittard, Wien 1892, Max Kalbeck zum 150.Geburtstag , Skizzen einer Persönlichkeit.Symposion Wien 21.- 24.Mai 200. Tutzing 2007

Katalog der österreichischen Abteilung der Internationalen Ausstellung zu Paris 1867, Wien 1867

Johannes Kunz, Bösendorfer – eine lebende Legende, Wien 2002

Franz Liszt, Briefe aus ungarischen Sammlungen, Kassel u.a. 1966

Franz Liszt, Briefe, Weimar Liszt-Museum, 3 Bände, hg .v. La Mara, Leipzig 1895

Franz Liszt und Hans von Bülow, Briefwechsel.hsg. von La Mara, Leipzig 1898

Franz Liszt, Unbekannte Presse und Briefe. Hg. Legany, Wien 1984

Liszt Letters in The Library of Congress. Introd., transl., ann. And ed.by Michael Short. Hillsdale, NY, Pendragon Press 2002. Franz-Liszt-Studies Ser.N°

Mathias Matuschka, Die Erneuerung der Klaviertechnik nach Liszt, München, Salzburg 1987

Christine Meglitsch, Wiens vergessene Konzertsäle Bösendorfer, Streicher, Ehrbar. Frankfurt/M., Wien 2005

Michael Meyer, Historische Betriebsanalyse der Firma L. Bösendorfer Klavierfabrik unter besonderer Berücksichtigung der österreichischen Klavierindustrie und Exportaktivitäten des Unternehmens. Wien 1989, phil.Diss. Wirtschafts- und Sozialgeschichte

M.Mitchell, Moritz Rosenthal, Bloomington 2006

Martina Nußbaumer, Musikstadt Wien, Wien 2007

Oscar Paul, Geschichte des Claviers. Nebst einer Übersicht über die musikalische Abteilung der Pariser Weltausstellung 1867. Leipzig 1868

A.Potocka, Theodor Leschetitzky, Fernwald 2016

Marie Raiker, Lula Mysz-Gmeiner, Neumünster 2017

Markus Römer, Joachim Raff, Wiesbaden 1982

Anton Rubinstein, Erinnerungen aus fünfzig Jahren, Leipzig 1893

Anton Rubinstein, Die Meister des Klaviers, Berlin 1899  

Siegmund Schlesinger, Ein Wiener Flügel, Berlin 1863

Sigmund Schneider, Internationale Theaterausstellung Wien 1894

Clara und Robert Schumann, Briefe, Wien 1996

Max Seiffert, Geschichte der Klaviermusik, hg., erw. von C.F.Weitzmann, Bd. 1, Leipzig 1899

H.H.Stuckenschmidt, Ferrucco Busoni, Zürich 1967

Ernst Tittel, Die Wiener Musikhochschule, Wien 1967

Bruno Walter, Briefe. Frankfurt/M. 1969

Grete Wehmeyer, Carl Czerny und die Einzelhaft am Klavier oder Die Kunst der Fingerfertigkeit und die industrielle Arbeitsideologie. Kassel, Basel, London 1983

Grete Wehmeyer, Höllengalopp und Götterdämmerung. Lachkultur bei Jacques Offenbach und Richard Wagner, Köln 1997

Alexander Weinmann, Vollständiges Verlagsverzeichnis Senefelder, Steiner, Haslinger. 1897. Repr. Berlin 1983, 3 Bde

Stefan Weinzierl, Beethovens Konzerträume. Raumakustik und Aufführungspraxis an der Schwelle zum modernen Konzertwesen. Frankfurt /M. 2002. Fachbuchreihe, Das Musikinstrument

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Das Zeitalter Kaiser Franz Josephs. 1.u.2.Teil, Beiträge. Ausstellung Schloß Grafenegg. Katalog des NÖ Landesmuseums, Neue Folge, Nr.147, Wien 1984

Geza Zichy, Aus meinem Leben. Erinnerungen und Fragmente. Stuttgart, Deutsche Verlagsanstalt 1911-1920, 3 Bde

Zeitungen, Zeitschriften/Auswahl, Kurzttitel, s.a.anno.onb.ac.at

Allgemeine Wiener Musik-Zeitung

Allgemeine Theaterzeitung/Bäuerle, AThZ

Blätter für Musik, Theater und Kunst

Der Merker, 1909 - 1919

Neue Musikalische Presse, 1895 -1900

Musik-Journal, Verl. L.Bösendorfer, N° 1-12, Sept.1978

Signale für die musikalische Welt, 1843 -1941

Studia Musicologica 14/1972, 19/1977